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Das imaginäre Restaurant - Visuelle Inszenierungsstrategien in Kunst und Küche

Essen gewinnt zunehmend an Bedeutung im gesellschaftlichen Alltag. Politische Diskurse zu Gesundheit, Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz werden über Ernährungsstile geführt, gleichzeitig bestimmt Essen die genussorientierte Freizeitgestaltung, was sich in vielfältigen Angeboten zum Thema, wie Food-Weeks, Food-Festivals, kulinarischen Messen und neuen oder wiederbelebten Markthallen und Erzeugermärkten offenbart. Zeitschriften, TV-Formate und Onlinemedien belegen außerdem das große Interesse an Essen und Kochen.
Diese gesellschaftliche Relevanz schlägt sich auch in einer wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung nieder. Künstler und Ausstellungen kommentieren den Trend und sind selbst Teil des Phänomens: Die Art Basel engagierte 2015 Rirkrit Tiravanija, um Thai Curry an Besucher zu verteilen. Für die im selben Jahr durchgeführte Expo in Mailand, die unter dem Titel Feeding the Planet, Energy for Life stand, kuratierte Germano Celant die Ausstellung Arts + Foods, die Verbindungen von Küche, Kunst und Design thematisierte.
Während sich die Verwendung von Essen im Rahmen der künstlerischen Praxis als Eat Art oder in performativen Esssituationen etabliert hat, steht eine wissenschaftliche Untersuchung des angerichteten Essens überhaupt, in seiner komplexen ästhetischen Bedeutung zwischen Kunst und Alltag, noch aus. Diese Lücke zu schließen und Essen als eigenlogisches, gestalterisches Medium im Spannungsfeld von Kunst und Alltag, Küche und Design zu verstehen, ist der zentrale Ansatz dieses Promotionsvorhabens, das angerichtete Speisen von Künstlern und Köchen betrachtet. Der rein kulinarischen Bewertung enthoben, wird Essen dabei auf gestalterischer und stilistischer Ebene diskutierbar. Die visuelle Dimension des Essens kann dann als Ausdrucksmedium begriffen werden, das sich mit Blick auf historische Entwicklungen verorten und analysieren lässt.
Darüber hinaus werden Rahmenbedingungen der Präsentationsformen analysiert. Dazu ergänzen sich gastronomisches und kunsthistorisches Wissen, um Besonderheiten der Darreichungssituation zu verstehen. Das betrifft beispielsweise die Bedeutung des Raumes sowie die Verzehrsituation, die – in der Interaktion der Beteiligten – einer Performance gleicht.